Ukraine Aktuell Nr. 320 (9.1.23/21Uhr)

SCHWIERIGE LAGE BEI SOLEDAR

Die stellvertretende ukrainische Verteidigungschefin Hanna Maliar nannte gestern die Lage bei Soledar «sehr schwierig» https://t.me/annamaliar/490 .

Heute Abend schreibt sie: «Nach einem erfolglosen Versuch, Soledar einzunehmen, musste sich der Feind zurückzuziehen, gruppierte sich neu, füllte seine Verluste auf, stellte zusätzliche Angriffseinheiten auf, änderte seine Taktik und startete einen starken Angriff.
Im Moment hat der Feind eine grosse Anzahl von Angriffsgruppen, die aus den besten Reserven der Wagneriten gebildet wurden im Angriff.
Der Feind rückt buchstäblich über die Leichen seiner eigenen Soldaten vor, setzt massiv Artillerie, Mehrfachraketenwerfer und Mörser ein und deckt sogar seine eigenen Kämpfer mit Feuer ein. Unsere Verteidiger verteidigen mutig jeden Meter ihres Heimatlandes.» https://t.me/annamaliar/493

Der Politikwissenschaftler und ukrainische Armee-Offizier Taras Berezovets schreibt am Abend: «In Soledar ist es jetzt sehr schwierig. Dort ist die Lage noch akuter als in Bakhmut. Der Feind greift in kleinen Gruppen an, in der Regel bis zu 8 Mann, bewaffnet mit Handfeuerwaffen und Panzerfäusten. Die Angriffe auf unsere Positionen kommen in Wellen» https://t.me/c/1687475640/20470

Der amerikanische Militärblogger Chuck Pfarrer veröffentlicht am Nachmittag eine Karte, mit angeblichen Gegenangriffen der ukrainischen Truppen bei Soledar. Pfarrer schreibt: «Russische Truppen wurden von Yokolivka zurückgedrängt. Berichten zufolge rückt die 46. Air Mobile Brigade des UKR in der Nähe des Minenkomplexes nach Südosten vor.» https://twitter.com/ChuckPfarrer/status/1612434921271791623

Eine Plattform der ukrainischen Militäreinheit Azov berichtet: «Das Salzbergwerk und die umliegenden Gebiete bis zum Rathaus in Soledar unter vollständiger Kontrolle von Spezialeinheiten der 46th Air Mobile Brigade. Die ukrainischen Kämpfer rücken nach Südosten vor. Die Verluste der Rashisten astronomisch hoch.» https://twitter.com/Azovsouth/status/1612337531780997120

BLOGGER KRITISIEREN LÜGEN-STORY

Die Behauptung der russischen Führung, Putins Armee hätte bei Krematorsk 600 ukrainische Soldaten getötet, wurde gestern von westlichen Journalisten als Phantasie entlarvt.
Auch bei den russischen Militärbloggern kommen solche erfundenen Storys schlecht an.

Das amerikanische «Institut for the study of war» schreibt: «Russische Mil-Blogger haben die Behauptungen des Kremls in Frage gestellt und die Militärführung Moskaus dafür kritisiert, dass sie Dinge erfunden hat, um es so aussehen zu lassen, als hätte Russland erfolgreich Vergeltung für einen kürzlichen ukrainischen Angriff geleistet, bei dem Dutzende russischer Truppen getötet wurden». https://twitter.com/TheStudyofWar/status/1612524741759229959

TERRORANGRIFF AUF KLEINSTADT

Otschakiw ist eine ukrainische Hafenstadt in der Oblast Mykolajiw mit etwa 14’000 Einwohnern. Die Kleinstadt, weit ab von der Front wurde heute von russischer Artillerie angegriffen.

Iuliia Mendel, ehemalige Sprecherin von Präsident Zelenskyj schreibt: «Russland griff Otschakiw, Region Mykolajiw an, mehr als 100 Häuser wurden beschädigt. Die Zahl der Verwundeten in Otschakiw beträgt mindestens 15 Personen. Unter ihnen ist ein zweijähriges Kind.» https://twitter.com/IuliiaMendel/status/1612524651871338496

PROPAGANDA MÜSTERLI

Zur Hauptsendezeit meldete sich heute eine Korrespondentin im russischen Staatsfernsehen und sagte über «die katastrophale Lage in Europa:

«In Deutschland haben sie alle Kerzen aufgekauft, in Grossbritannien stellen sie auf Tierfutter um, um nicht zu verhungern». Die russische Moderatorin war von dieser Darstellung ganz offensichtlich sehr schockiert. https://twitter.com/i/status/1612524495960432655

URTEIL ZUM DONBASS ERWARTET

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wird am 25. Januar sein Urteil über die russische Besetzung des Donbass bekannt geben.

Die ukrainische Plattform «Euro Maiden» schreibt: «Es wird erwartet, dass das Urteil die erste Entscheidung eines internationalen Gerichts ist, die rechtlich feststellt, dass der Donbass seit 2014 von Russland besetzt ist.» https://twitter.com/EuromaidanPress/status/1612527501191831575

BRENNENDE MOBILISIERUNGSTATION

In Südrussland brennt in der Region Orenburg angeblich ein Militärlager für mobilisierte Männer.

Diesen Eindruck erweckt ein Video mit einem grossen Brand, welches die russische Zeitschrift «Doxa» online verbreitet.

Doxa schreibt: «Nach uns zugestellten Angaben brach das Feuer am 9. Januar in einer Ausbildungsstätte für mobilisierte Männer im Dorf Nizhnyaya Pavlovka aus.» https://twitter.com/doxa_journal/status/1612527005647396877

ENGLAND ERWÄGT PANZERLIEFERUNG

Nach Informationen von «Sky News» erwägt Grossbritannien, der Ukraine zum ersten Mal britische Panzer für den Kampf gegen die russischen Invasionstruppen zu liefern.

Es gebe «seit einigen Wochen» Gespräche über die Lieferung einiger Challenger-2-Kampfpanzer der britischen Armee an die ukrainischen Streitkräfte, sagte eine westliche Quelle, die mit den Gesprächen vertraut ist.

Die Regierung von Rishi Sunak hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Die nächste Sitzung einer von den USA geführten Gruppe von rund 50 Staaten – darunter auch Grossbritannien -, die die Ukraine militärisch unterstützt, findet am 20. Januar statt. https://news.sky.com/story/uk-considering-supplying-ukraine-with-challenger-2-tanks-to-fight-russian-forces-12783107

TOD EINES WAFFEN-INGENIEURS

Im Aller von 85 Jahren starb heute in Moskau Pavel Kamnev. Er war Chefentwickler des russischen Marschflugkörpers «Kalibr», welcher bereits mehrfach gegen die Ukraine eingesetzt wurde.

Die Todesursache des Entwicklers von russischen Marschflugkörpern wurde noch nicht bekannt gegeben. Der Hochbetagte ist der dritte Todesfall unter den Personen, die an der Entwicklung von Putins tödlichen Waffen beteiligt waren. https://t.me/glavredinfo/57867

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