Ukraine Storys: Wie Russland Söldner rekrutiert

Die regierungskritische russische Medienplattform SOTA veröffentlichte heute einen Bericht über die Rekrutierung von Söldnern aus einer russischen Strafkolonie für den Krieg gegen die Ukraine. https://t.me/sotaproject/43086. (Redaktionell bearbeitet)

Die Gruppe Wagner – eine dem Kreml dienende private Söldnerarmee – rekrutiert weiterhin Gefangene in Kolonien, um sie als «Freiwillige» in den Donbass zu schicken.
Sota erfuhr von einem weiteren Fall von Anwerbung in der Justizvollzugsanstalt 11 in Boroo, Region Nischni Nowgorod.

In diesem Gefängnis sind ehemalige Angehörige russischer Sicherheitskräfte inhaftiert. Es handelt sich um Ex-Polizisten, Ex-Beamte des FSIN (Gefängnispersonal), GRU (militärischer Nachrichtendienst) und SOBR (russische Nationalgarde). Sie verbüssen in der Kolonie ihre aus verschiedenen Gründen auferlegten Strafen.

Die Anwerber der Wagner-Söldner trafen am Dienstag, dem 5. Juli, in der Kolonie ein.
Am 7. Juli um 2 Uhr nachts fuhr die erste Gruppe von Häftlingen unter Begleitung in einem Lastwagen nach Moskau, von wo aus sie nach Lugansk geflogen werden sollen. Nach einer zweiwöchigen Ausbildung werden die Freiwilligen in Angriffsgruppen an die Front geschickt.

Alle «Freiwilligen» haben ihren Militärdienst abgeleistet, und so wurde die erste Einheit ausgewählt, die vor allem über Kampferfahrung in Tschetschenien, Syrien und anderen Krisengebieten verfügt. Insgesamt hatten sich 50 Männer angemeldet, aber es gab noch viele mehr, die sich anschließen wollten. Den übrigen wurde versprochen, sich der zweiten Welle anzuschliessen.

In der Strafkolonie hat es rund 1’000 Häftlinge. Von ihnen wollen sich 300 den «Wagnerianern» anschliessen.

Welche Art Strafe die Häftlinge absitzen, spielt bei der Anwerbung keine Rolle. Eine Verwandte eines wegen Mordes verurteilten Mannes sagte, dass ihr Bekannter in den Donbass gehen werde, um so die restlichen 10 Jahre Gefangenschaft loszuwerden.

Den Gefangenen wird ein sechsmonatiger Vertrag versprochen, nach dessen Ablauf ihre Verurteilungen vollständig getilgt werden sollten.

Den Freiwilligen wurde ein Gehalt von 200’000 Rubel versprochen: die Hälfte im Voraus, die andere Hälfte nach dem Einsatz, wenn sie überleben. Auf die Frage: «Was ist, wenn wir nicht zurückkommen?», antworteten die Anwerber, dass sie jeweils 5 Millionen Rubel an die Angehörigen zahlen würden.

Vor ihrer Abreise mussten die Neo-Wagnerianer einen Fragebogen ausfüllen, in dem sie angeben sollten, wer im Falle ihres Todes benachrichtigt werden müsse.

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