Ukraine Aktuell (31.3.22/11.30Uhr)

PUTINS ZUSAMMENGEWÜRFELTE ARMEE

Im Donezbecken sind Panzertruppen aus Ossetien eingetroffen mit Geräten älterer Bauart (Foto: @Militarylandnet).
Afrikanische Milizen unbekannter Nationalitäten, die der von Russland unterstützten Armee von Luhansk angegliedert sind, wurden von der ukrainischen Armee gefangen genommen.
Bei Irpin wurde in der Tasche eines gefallenen Soldaten syrisches Notengeld entdeckt.
Wie Heinrich Brauss, Ex-General der Bundeswehr und der NATO der FAZ sagte, wurde die Kampfstärke der russischen Armee vor der Invasion in die Ukraine überschätzt.

RUSSLAND VERWENDET ANTI-PERSONEN MINEN

In der Region Charkiv wurden neu deponierte Landminen gefunden, die in einem Umkreis von 16 Metern wahllos Menschen töten und verstümmeln können. Das berichtet «Human Rights Watch» (https://www.hrw.org/…/ukraine-russia-uses-banned…).

Bekannt ist, dass Russland über solche Minen verfügt und die Ukraine nicht. Die Ukraine ist ausserdem einem Vertrag beigetreten, der den Besitz, die Lagerung und die Verwendung solcher Minen verbietet. Russland hat den Vertrag nicht unterzeichnet.

Bei der von Russland eingesetzten Mine handelt es sich um einen neu entwickelten Typ namens POM-3, auch bekannt als «Medallion», der mit einem seismischen Sensor ausgestattet ist, um eine sich nähernde Person zu erkennen und eine Sprengladung in die Luft zu schleudern. Die Minen werden von Raketenwerfern aus grosser Distanz abgefeuert.

RUSSISCHE SOLDATEN UNTERSCHÄTZEN TSCHERNOBYL

Mitarbeiter des stillgelegten Atomkraftwerks Tschernobyl sagten, dass russische Soldaten keine Ahnung gehabt hätten, was die Anlage war und bezeichnen ihr Verhalten als «selbstmörderisch».

So sei ein «ein großer Konvoi von Militärfahrzeugen» geradewegs durch Gebiete gefahren, die so stark verstrahlt waren, dass sich selbst geschulte Sicherheitsmitarbeiter in Tschernobyl nicht dorthin wagen. Die Militärfahrzeuge hätten eine «große Staubsäule» aufgewirbelt. Die Arbeiter meinen, dass das Einatmen von so viel radioaktivem Staub eine tödliche Strahlenvergiftung verursachen könnte.
Mehr dazu in der Zeitschrift Fortune (https://fortune.com/…/chernobyl-ukraine-russian…/)

ERBITTERTE KÄMPFE IM DONEZ-BECKEN

Das russische Verteidigungsministerium sagt, dass sowohl eigene Truppen wie auch solche der «autonomen Republik Luhansk» einige Kilometer vorgerückt seien. Man habe dabei Flugabwehr-Raketensysteme sowie Munitions- und Waffenlager der ukrainischen Armee zerstört.

Der ukrainische Verteidigungsrat meldet seinerseits: «Die gemeinsamen Streitkräfte in den Gebieten Donezk und Luhansk haben an einem Tag 5 feindliche Angriffe abgewehrt. Unsere Soldaten zerstörten 10 Panzer, 18 gepanzerte und 13 Fahrzeugverbände sowie 15 Artilleriesysteme. Der Feind hat Verluste erlitten.»

IRPIN IST AKTUELL NICHT BEWOHNBAR

Ukrainische Truppen haben am Wochenende die Stadt Irpin nahe Kiew zurückerobert. Aber die während der Besetzung und den Kämpfen angerichteten Schäden sind sehr gross. Die Stadt steht weiter unter Beschuss russischer Truppen. Die Bevölkerung kann mindestens einen Monat lang nicht nach Irpin zurückkehren.

HINWEISE AUF KRIEGSVERBRECHEN

Russlands wahllose Angriffe sind nach dem humanitären Völkerrecht verboten und «können Kriegsverbrechen darstellen». Das sagte die UN-Menschenrechtschefin Michelle Bachelet am Mittwoch vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf.

Ihre Ermittler untersuchten aktuell 24 Fälle, in denen Streumunition von Russland eingesetzt worden sei.

Krankenhäuser, Wasserversorgung und Verwaltungsgebäude seien von Raketen oder Granaten getroffen worden, berichtete sie. «Die massive Zerstörung von zivilen Objekten und die hohe Zahl ziviler Opfer deuten stark darauf hin, dass die grundlegenden Prinzipien der Unterscheidung, der Verhältnismäßigkeit und der Vorsorge nicht ausreichend beachtet wurden».

PUSSY RIOT AKTIVISTIN IN MINSK VERHAFTET

Die weissrussischen Behörden haben die Aktivistin Rita Flores der Bewegung «Pussy Riot» verhaftet. Sie drohten ihr mit 15 Jahren Haft und zwangen sie, ein Video aufzunehmen. Darin musste sie erklärten, dass sie Weissrusslands Staatschef Alexander Lukaschenko «super» finde. Ausserdem wurde sie hinter Gitterstäben fotografiert, auf denen ein Z-Symbol aufgemalt war. (Quelle: NEXTA/@nexta_tv)

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