Putin produziert weltweiten Hunger

Vor der Invasion der Ukraine produzierte das Land Nahrungsmittel für 400 Millionen Menschen, insbesondere Getreide in Form von Weizen, Mischkorn oder Mais. Nach Angaben der Vereinten Nationen war die Ukraine 2021 mit einem Marktanteil von 10 % der sechstgrößte Weizenexporteur.

Die Getreidelieferungen der Ukraine sind von 4 bis 5 Millionen Tonnen pro Monat auf einige hunderttausend Tonnen gesunken. Das sagte der ukrainische Landwirtschaftsminister Mykola Solskyi am Samstag. Die Folgen des Krieges seien verheerend. Die aktuelle Situation aus der Sicht des Landwirtschaftsministeriums https://twitter.com/GreenSquareAC/status/1509120326944366595

Die Vereinten Nationen prognostizieren, dass in der Saison 2022-23 wegendes russischen Angriffs 20 und 30 % der ukrainischen Ernten ausfallen werden. (Frei lesbarer Artikel in Forbes: https://www.forbes.com/…/russian-invasion-reducing…/

In einem Briefing vor dem UNO-Sicherheitsrat benannte David Beasley, Exekutivdirektor des UN World Food Programms/Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen(WFP) gestern die Konsequenzen des Krieges auf die weltweite Ernährung: «Wir hätten uns nie träumen lassen, dass so etwas möglich wäre. Und das betrifft nicht nur die Ukraine und die Region. Es wird eine globale Auswirkung haben, wie wir sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt haben.» (https://de.wfp.org/…/wfp-erreicht-eine-million-menschen…)

In der Pressemitteilung des WFP werden die Folgen konkretisiert: «Der Konflikt in der Ukraine löst eine Welle des kollateralen Hungers in anderen Teilen der Welt aus. Die weltweiten Lebensmittelpreise sind seit Beginn des Konflikts stark gestiegen und erreichten im Februar 2022 ein Allzeithoch. Diese Preissteigerungen wirken sich auf die lokalen Lebensmittelpreise aus und können den Zugang zu Lebensmitteln für Millionen von Menschen, die aufgrund der Lebensmittelinflation in ihren Ländern bereits unter Druck stehen, weiter einschränken.»

Die WFP-Regionaldirektorin Corinne Fleischer schreibt: «Höhere Preise bedeuten, dass mehr Menschen auf der ganzen Welt Hunger leiden werden. Gleichzeitig müssen auch wir vom WFP mehr für die von uns gekauften Nahrungsmittel bezahlen, so dass unsere Maßnahmen zur Unterstützung dieser Menschen ebenfalls beeinträchtigt werden.»

Gemäss ukrainischen Angaben beschossen russische Truppen in den letzten Tagen vermehrt Lagerstätten mit Traktoren. Auf Getreidefeldern seien Landminen ausgelegt worden. Ziel der Artillerie und Raketenangriffe waren ausserdem Treibstofflager, in denen Dieselöl für ukrainische Traktoren gelagert wird.

Der ukrainische Präsident telefonierte gestern mit dem aserbeidschanischen Präsidenten Ilham Alijew. Der aserbaidschanische Präsident versprach die Lieferung von Treibstoff für die Aussaat.

Da wo keine russischen Truppen vorhanden sind, respektive zurückgedrängt wurden, haben ukrainische Traktoren mit der Aussaat und des Besprühens des Winterweizens begonnen. Es bleibt allerdings nur ein Fenster von zwei bis drei Wochen für diese Arbeiten. 150’000 Hektar Frühjahrkulturen seien bereits angesät worden, schreibt das ukrainische Landwirtschaftsministerium.

Der ukrainische Landwirtschaftsminister konferiert derzeit mit seinem rumänischen Kollegen. Ziel ist die Einrichtung einer ununterbrochenen Lieferung landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus der Ukraine an traditionelle exportabhängige Märkte; unter anderem über die rumänische Hafenstadt Constanta.

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