Ukraine Aktuell (29.3.22/12Uhr)

MASSIVE RAKETENANGRIFFE AUS DER FERNE

Während die Putins Truppen am Boden feststecken, verschärfen sie die Raketenangriffe von weit entfernten Basen in Russland und Weissrussland. Nach Angaben der ukrainischen Verteidigungsrats kann ein Grossteil der Marschflugkörper abgeschossen werden, bevor sie ihre Ziele erreichen. Beim staatlichen Verwaltungsgebäude in Mykolajiw ist das heute nicht gelungen. Dort klafft nun ein grosses Loch in der Fassade. Gegen 100 Menschen konnten rechtzeitig gerettet werden, 9 wurden verletzt. Das sagt Vitaliy Kim, Leiter der regionalen staatlichen Verwaltung von Mykolajiw.

Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, sagte, dass durch russische Luftangriffe seit Montag 68 ukrainische Militärobjekte zerstört worden seien. Darunter seien unter anderem Flugabwehrraketen-Systeme, zwei Munitionsdepots und drei Treibstofflager gewesen.

Der US-Sender ABC zitiert einen hochrangiger Verteidigungs-Beamten, der schätzt, dass Russland bisher mehr als 1’370 Raketen auf die Ukraine abgefeuert hat.

ERFOLGSMELDUNG DER UKRAINE

Zwischen Montagmorgen und Dienstagmorgen hat die ukrainische Verteidigung 17 russische «Luftziele» zerstört. Gemäss Generalstab handelt es sich um 8 Flugzeuge; 4 UAV (unbemannte Flugzeuge, meist Drohnen oder ferngesteuerte Aufklärungsflugzeuge); 3 Helikopter und 2 Marschflugkörper.

Gemäss MilitaryLand.net/@Militarylandnet, ein Militärblog mit Schwerpunkt Ukraine, gelang es den ukrainischen Truppen nicht nur Irpin zu befreien, sondern mehrere Orte im Westen von Kiew: «Ukrainischen Truppen gelang es in den letzten Tagen, die volle Kontrolle über Irpin, Motyzhyn, Yasnohorodka, Lisne, Kapitanivka und Dmytrivka zurückzugewinnen.»

RUSSLAND MODIFIZIERT ANGEBLICH VERHANDLUNGSZIELE

Heute treffen sich in Istanbul die Delegationen der Ukraine und Russland zum vierten Mal und zum ersten Mal seit zwei Wochen direkt zu Friedensgesprächen.Max Seddon/@macseddon, Büroleiter der «Financial Times» in Moskau, fast die Ziele der russischen Verhandlungsdelegation zusammen und beruft sich dabei auf «vier mit den Verhandlungen vertrauten Personen»

– Die Ukraine muss die Nato aufgeben, kann aber der EU beitreten;
– Russland fordert keine «Entnazifizierung» mehr;
– «Entmilitarisierung» und die russische Sprache sind auch nicht Teil des möglichen Deals.

Damit würde Russland drei wesentliche Forderungen («Entnazifizierung», «Entmilitarisierung», «russische Sprache») aufgeben.

Seddon schreibt (https://www.ft.com/…/7f14efe8-2f4c-47a2-aa6b-9a755a39b626): «Die Zugeständnisse auf russischer Seite kamen zustande, nachdem die einmonatige Bodenoffensive aufgrund des unerwartet heftigen ukrainischen Widerstands und russischer operativer Mängel weitgehend zum Stillstand gekommen war.» und «Angesichts der Tatsache, dass Putin vor einem Monat geschworen hatte, die Ukraine zu zerstückeln, klingt dies nach einem gewaltigen Abstieg. Und die Ukraine ist besorgt, dass es zu schön ist, um wahr zu sein.»

Von ukrainischer Seite ist bisher nur das Statement des Aussenminister Dmitro Kuleba bekannt: «Wenn wir sehen, dass sich die Stimmung geändert hat und sie zu einem ernsthaften, substanziellen Gespräch und ausgewogenen Vereinbarungen bereit sind, dann werden die Dinge vorankommen. Zur Verhandlungsposition der Ukraine: Wir handeln nicht mit Menschen, Land und Souveränität.» Seiner Delegation riet der Aussenminister: «Nichts essen oder trinken und keine Oberflächen berühren».

«WAGNER»-SÖLDNER IN DER OST-UKRAINE

Die rechtsextreme russische «Wagner-Gruppe» ist mit mehr als 1’000 Söldnern im Osten der Ukraine aktiv. Das schreibt der britische Geheimdienst am Montagabend. Vor Ort sollen sich auch mehrere «hochrangige Führer der Organisation» befinden.

Die Organisation Wagner ist eine private Organisation, die im Auftrag des Kremls handelt. Sie war in Syrien aktiv und ist es heute unter anderem in Zentralafrika, wo sie gegen die Präsenz französischer Soldaten vorgeht.

Der britische Geheimdienst schreibt: «Aufgrund schwerer Verluste und einer weitgehend ins Stocken geratenen Invasion war Russland höchstwahrscheinlich gezwungen, das Wagner-Personal für die Ukraine auf Kosten der Operationen in Afrika und Syrien neu zu priorisieren.» Siehe auch den Bericht über Verhandlungen der Wagner-Gruppe mit Hisbollah-Kämpfern: https://aldrovandi.net/…/26/ukraine-aktuell-26-3-22-1130/

WEITERE ARTIKEL DER LETZTEN 12 STUNDEN:
— Putin besitzt mindestens 6 Yachten: https://www.facebook.com/mario.aldrovandi/posts/7359361777469881
–Was «Rasputzin» bedeutet: https://www.facebook.com/mario.aldrovandi/posts/7361024870636905

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