Ukraine Aktuell (28.3.22/21Uhr)

PUTINS ARMEE MIT ALTEN WAFFENSYSTEMEN

In der Ukraine werden Radar-Überwachungsradarsystem aus der Zeit des späten Kalten Krieges eingesetzt, ohne wesentliche Modernisierungen.

Zu diesem Schluss kommt Guy Plopsky/@GuyPlopsky ein israelischer Waffen-Analyst mit Spezialkenntnissen zur russischen Armee. In der Zeitung hushkit.net (https://hushkit.net/…/analysis-of-russian-airpower…/) beschreibt er die eingesetzten Waffensysteme, auch solche die zerstört wurden.

Sein Fazit: «Trotz umfangreicher Modernisierungsanstrengungen ist der Abstand zwischen der russischen Armee und den führenden westlichen Luftstreitkräften im Bereich der Präzisionsschläge nach wie vor sehr groß. Insbesondere ist die Fähigkeit der Armee zur Verfolgung von festen und vergrabenen Zielen sowie von beweglichen und sich bewegenden Zielen weitaus eingeschränkter, vor allem in einem umkämpften Umfeld und/oder bei Nacht und widrigen Wetterbedingungen.»

STÄDTE BEI KIEW UND CHARKIV BEFREIT

Die nahe Kiew liegende Stadt Irpin (47’000 Einwohner vor dem Krieg) wurde von der ukrainischen Armee zurückerobert. Sie war kurz nach der Invasion von Putins Truppen besetzt worden. Die Befreiung meldete der Bürgermeister Oleksandr Markuschyn.
Die Stadt stehe aber weiter unter russischem Artilleriebeschuss. Die ukrainischen Verteidigungskräfte hatten seit zehn Tagen versucht, den Russen die im Westen von Kiew liegenden Städte Irpin, Butscha und Gostomel zu entreissen.

In der Nähe der Stadt Charkiv wurden die Russen aus dem Ort Mala Rohan verrieben. Die Grosstadt Charkiv (1,45 Millionen Einwohner) war von Mala Rohan aus seit Wochen mit russischer Artillerie beschossen worden.

Irpin nach dem Abzug der Russen.

OLIGARCH ABRAMOWITSCH IST VERMITTLER

Der russische Oligarch Roman Abramowitsch verhandelt als Mittelsmann zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Zelenskyj. Aus diesem Grund seien die für Abramowitsch geltenden Sanktionen nicht in Kraft gesetzt worden. Über die Rolle des Oligarchen berichtet die deutsche FAZ (https://www.faz.net/…/roman-abramowitsch-soll-in-putins…).

Auf einen ersten Friedensvorschlag, den Abramowitsch im Kreml vorbeigebracht hatte, reagierte Putin angeblich mit den Worten: «Sag ihnen, ich werde sie verdreschen.»

Wie das Wall Street Journal schreibt (https://www.wsj.com/…/roman-abramovich-and-ukrainian…) hätten Abramowitsch und zwei ukrainische Unterhändler nach einem Treffen Anfang März in Kiew Vergiftungserscheinungen gezeigt. Die drei Personen hätten in derselben Unterkunft gewohnt. Unterdessen seien sie wieder wohlauf.

MEDIEN IN RUSSLAND UNTER DRUCK

Die unabhängige russische Zeitung «Nowaja Gazeta» stellt ihre Publikationen auf Papier und online vorläufig ein. Sie schreibt: «Wir haben eine weitere Warnung von Roskomnadzor erhalten und setzen deshalb die Veröffentlichung der Zeitung aus, bis zum Ende der «Sonderoperation auf dem Territorium der Ukraine». Bei zwei Abmahnungen pro Jahr riskiert die Zeitung den Entzug der Medienlizenz.

Die «Deutsche Welle» wurde vom russischen Justizministerium als «ausländischen Agenten» eingestuft. Die Website der Deutschen Welle war bereits Anfang März blockiert worden.

FACEBOOK UND INSTA THEORETISCH ERLAUBT

Letzte Woche hatte ein Lokalgericht in Moskau den Konzern «Meta» von Mark Zuckerberg als «extremistische Organisation» eingestuft. In der Urteilsbegründung, die seit heute vorliegt, erlaubt das Gericht aber weiterhin die Nutzung der «Meta»-Plattformen Facebook und Instagram.
Allerdings wurde der Zugriff für das Publikum via normale Onlineverbindungen unterbrochen.

RUSSLAND WILL EINREISE REDUZIEREN

Der russische Aussenminister Sergej Lavrow sagte heute am russischen TV, dass Putin ein Dekret unterschreiben werde, dass die Einreise von Bürgern «unfreundlicher Länder» nach Russland einschränke. Zu diesen Ländern gehören nach russischer Lesart USA, Großbritannien, Kanada, ganz Europa – inklusive Schweiz – Japan, Südkorea, Australien, Neuseeland und einige andere mehr. In seiner vom Sender RT übertragenen Rede verglich Lawrow die «antirussische Stimmung» in den westlichen Ländern mit dem Antisemitismus in Nazi-Deutschland.

HEINECKEN HÖRT AUF

Die niederländische Brauerei Heineken zieht sich wegen des Einmarsches in der Ukraine aus Russland zurück.Heineken sagt, ein Verbleib im Land sei «weder nachhaltig noch lebensfähig». Man werde sich bemühen, das Geschäft gewinnfrei an einen neuen Eigentümer zu «übertragen».

Hastig ausgehobene Gräber in Mariupol. Aufnahme von heute.
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