Ukraine Aktuell (28.3.22/14Uhr)

KAMPF UM MARIUPOL

Der britische Geheimdienst und die ukrainische Militärführung schreiben übereinstimmend, dass russische Truppen in Mariupol Geländegewinne gemacht haben. Der Bürgermeister von Mariupol erklärt, dass die Verteidiger weiterhin das Zentrum der Stadt halten.

Dazu der ukrainische Journalist Victor Kovalenko: «Gestern eliminierten die ukrainischen Verteidiger der belagerten Stadt Mariupol gegen 150 russische Soldaten, zerstörten 2 russische Panzer, 7 gepanzerte Fahrzeuge und 1 BTR-Fahrzeug. Präsident Zelenskyy erlaubte ihnen, die Stadt zu verlassen, um ihr Leben zu retten, aber sie kämpfen weiter gegen den Feind.»

RÜCKSCHLÄGE FÜR PUTINS TRUPPEN

Der britische Geheimdienst (Ministry of Defence GB/@DefenceHQ) schreibt: «Die russischen Truppen haben in den letzten 24 Stunden keine wesentlichen Erfolge erzielt. Anhaltende logistische Engpässe bei den russischen Truppen wurden durch einen anhaltenden Mangel an Dynamik und Moral beim russischen Militär und aggressive Kämpfe der Ukrainer verstärkt.»

Der ukrainische Generalstab schreibt unter anderem: «Die russische Armee gab eine Offensive gegen die Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine auf und das Bataillon der 1. Panzerarmee wurde vollständig auf das russische Territorium zurückgezogen.»; «Vermehrte Berichte über russische Einheiten, die sich nach Weissrussland und Russland zurückziehen, um umzurüsten und dann neu einzusetzen; «Nach vorliegenden Informationen ist der moralische und psychologische Zustand der Truppen extrem schlecht. So weigern sich beispielsweise die Soldaten des 15. motorisierten Infanterieregiments, am Krieg teilzunehmen.»

DRUCK UND ENTLASTUNG FÜR RUSSLAND

Kasachstan, der langjährige Verbündete Russlands, nimmt Abstand. Der Vize-Aussenminister Roman Vassilenko sagte, auch mit Blick auf westliche Sanktionen, zur deutschen Zeitung «Welt» (https://www.welt.de/): « Wenn es einen neuen Eisernen Vorhang gibt, wollen wir nicht dahinter sein». Das Land sei an fossilen Energien reicht und «alle Unternehmen mit gutem Ruf, die ihre Produktion hierher verlagern wollen, sind willkommen.»

Grossbritaniens öffentliche Dienste wollen die Beziehungen zu Russland und Weissrussland reduzieren. Die britische Regierung unterstützt Krankenhäuser und Gemeindeverwaltungen die ihre Verträge mit den Kriegsparteien kündigen wollen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate sagen, dass russisches Öl für die weltweite Versorgung «unverzichtbar» sei. Kein Ölförderland könne es ersetzen, sagt Energieminister Suhail al-Masruei. Russland sei ein wichtiges Mitglied der OPEC+-Staaten und man werde alles daran setzen, das Angebot zu stabilisieren. Wenn der Ukraine-Krieg nicht bald beendet werde, könnten sich die Ölpreise verdoppeln bis verdreifachen.

FAZ LIEFERT VERSTÄNDLICHE KRIEGS-KARTE

Um die militärische Situation n der Ukraine besser zu verstehen, sind Übersichtskarten hilfreich. Eine der verständlichsten Aufarbeitungen liefert die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ.net). Sie erstellt, basierend auf Daten des «Institute fort he study of war» (https://www.understandingwar.org/) , dem britischen Geheimdienst (Ministry of Defence GB/@DefenceHQ) und der Agentur liveuamap (https://liveuamap.com/), eine laufend aktualisierte Karte der Situation, untenstehend abgebildet.

Etwas komplexere und detaillierte Karten liefert «Jomini of the West»/@JominiW.

INTERVIEW MIT ZELENSKYJ

Der ukrainische Präsident Zelenskyj sprach 90 Minuten lang mit vier prominenten russischen Journalisten (Originalinterview mit englischen Untertiteln: https://www.youtube.com/watch?v=n0jyxLQ2Z5o&t=5s).

Die russische Kommunikations- und Zensurbehörde Roskomnadzor hat die Medien angewiesen, das Interview nicht zu veröffentlichen. Russische Journalisten, die sich jetzt außerhalb des Landes befinden, folgten dem Befehl nicht. Diejenigen, die noch drinnen waren, taten es, schreibt Anton Troianovski, Bürochef der «New York Times» in Moskau: https://www.nytimes.com/…/russia-media-zelensky.html).

PERFORMANCE IN ST.PETERSBURG

Die Polizei nahm in St. Petersburg Yevgenia Isaveva fest, die für eine Aufführung gegen den Krieg in der Ukraine. Sie übergoss sich mit roter Farbe und wiederholte „Mein Herz blutet“. Unter ihren Füssen war ein Plakat mit der Aufschrift: «Ich glaube, es ist sinnlos, an die Vernunft zu appellieren, also appelliere ich an eure Herzen». (Quelle: Mikhail Khodorkovsky/@mbk_center)

FOTO: Karte am ukrainischen TV zeigt am Sonntagabend die aktuellen Luftalarme (rot) im Land.

FOTO: Moment der Stille während der «Oscar» Nacht.

TITEL-FOTO: «Wenn Russland aufhört zu kämpfen, dann gibt es keinen Krieg. Wenn die Ukraine aufhört zu kämpfen, dann gibt es keine Ukraine mehr»

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