Ukraine Aktuell (27.3.22/21Uhr)

WAS PUTINS TRUPPEN VORHABEN

Das britische Verteidigungsministerium umschreibt in seinem neuesten Bericht, die mutmassliche Strategie der russischen Truppen.
Im Donbaz Gebiet werde versucht, eine Verbindung zwischen Izium und Mariupol herzustellen, um so die ukrainischen Verteidiger im Donbaz einzukesseln.
Im Norden wolle die russische Armee ihren Keil zwischen der umkämpften Stadt Chernihiv (285’000 Einwohner vor dem Krieg) und der Hauptstadt Kiew verstärken. Bereits jetzt ist Chernihiv weitgehend umzingelt und in der Stadt fehlt es an Wasser, Strom und Heizungsmöglichkeiten.

Zurzeit sei Putins Armee daran, die Truppen neu zu organisieren und mit neuen Soldaten, Waffen sowie Munition zu stärken. Dabei erlitten sie immer wieder Rückschläge durch Aktionen der ukrainischen Verteidiger.

«UNSERE WÄLDER WERDEN RUSSLANDS HÖLLE»

Die US-Zeitschrift «The Nation» (https://www.thenation.com/…/exclusive-ukraines-defense…/) sprach exklusiv mit Brigadegeneral Kyrylo Budanov (36), dem Leiter der ukrainischen Geheimdiensts (GUR).

Auf den Angriff von Putins Truppen sei man vorbereitet gewesen, denn man habe dort eine Vielzahl von Informanten. «Die ukrainische Armee hat gezeigt, dass die russische Armee als zweitstärkste Armee der Welt ein grosser Mythos ist und es sich nur um eine mittelalterliche Konzentration von Arbeitskräften und alte Methoden der Kriegsführung handelt.» Doch trotz des relativen Erfolgs des ukrainischen Militärs beim Abwehren der Russen sei «die Situation sehr schwierig».

Hinter den russischen Linien gäbe es eine Grosszahl von Guerillakämpfern, die bald aktiv würden. «Unsere Krieger werden in den Wäldern Jagd auf die russischen Truppen machen. Der Frühling kommt, unsere Wälder werden grün sein und eine wahre Hölle für den Aggressor».

Zu den angeblich vorhandenen tschetschenischen Kämpfern sagte Budanov, dass viele der im Internet gezeigten Videos nicht in der Ukraine, sondern in Weissrussland produziert wurden. «Wir haben noch nie mehr als 20 oder 30 Tschetschenen an einem Ort gesehen. Die Konzentration ist sehr gering.»

Nach seinen Angaben arbeitet Russland im Cyberwar mit den Hackergruppen «Ghostwriters» und «Fancy Bear» zusammen, die schon 2016 für den Hack der Demokratischen Partei der USA verantwortlich gemacht wurden.

PUTINS SOLDATEN SCHÜCHTERN JOURNALISTIN EIN

Katerina Sergatskova (@KSergatskova) ist Chefredaktorin des Kiewer Zaborona Media (www.zaborona.com) und schildert folgenden Vorfall:

Die russischen Besatzer von Melitopol forderten diese Woche die Journalistin Svitlana Zalyzetska auf, ihre Arbeit auf ihrer Nachrichten-Website «Ria-Melitopol» (https://ria-m.tv/) einzustellen. Sie weigerte sich, worauf Soldaten ihren 75-jährigen Vater als Geisel nahmen. Josip Zalyzetsky verbrachte 4 Tage in russischer Gefangenschaft.

Gestern haben die Russen Josip freigelassen, nachdem Svitlana Zalyzetska ihnen gezeigt hatte, dass sie die Kontrolle über die Website an eine dritte Partei übergeben hat. Sie teilte der Öffentlichkeit mit, dass «Ria-Melitopol» weiterhin von dem von der Ukraine kontrollierten Gebiet aus arbeitet. Die Chefredaktorin fragt: «Wenn das nicht Terror ist, was ist es dann?»

Josip Zalyzetsky und seine Tochter Svitlana Zalyzetska

WAFFEN UND MUNITIONSLAGER BEIM AKW TSCHERNOBYL

Russische Truppen transportieren grosse Mengen an Munition für Artillerie, Haubitzen, Mörser und Gewehre aus Weissrussland in die Nähe des ukrainischen AKW Tschernobyl. Das schreibt der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht von heute Abend.

Der Transportkorridor führe durch die Stadt Prypiat, nur wenige hundert Meter von den Isolieranlagen des Kernkraftwerks Tschernobyl entfernt. In Prypiat würden sehr grosse Mengen Munition gelagert. Das ukrainische Militär macht auf die Gefährlichkeit dieser Vorhaben aufmerksam, doch die russische Armee würde diese Warnungen ignorieren.

SEAN PENN: KEIN OSCAR OHNE ZELENSKYJ

In der Nacht auf Montag verleiht die Filmindustrie in Hollywood die «Oscars». Der zweifache Oskar-Gewinner Sean Penn verlangt, dass der ukrainische Staatschef zur Veranstaltung via Online-Video sprechen könne.

«Wenn die Akademie entscheidet, dies nicht zu tun, dann wird das der schamloseste Moment in der Geschichte Hollywoods sein.».

Penn rief zu Protesten und zu einem Boykott der Gala auf, falls sich die Filmakademie tatsächlich nicht um Zelenskyj bemüht habe, dessen Land von Russland angegriffen werde. Er selbst würde dann seine beiden Oscar-Statuen aus Protest «einschmelzen», sagte Sean Penn dem Sender CNN.

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